Bondage als Switcher oder Wie ich vom Fesseln gefesselt wurde..

Bis ich den Ringer kennen lernte, dachte ich gar nicht ans Fesseln, schon gar nicht als Kunstform. Er zeigte mir dann auf eine sehr eindrucksvolle Weise, wie innig das sein kann, wie erotisch, wie kunstvoll, wie sehr ich es genießen kann, mich so fallen zu lassen. Wir fesselten viel und oft, egal ob alleine, auf Parties, bei Fesseltreffs, bei seinem Sensei, diversen Seminaren oder als Auftritt. Es war immer wieder anders, immer wieder schön und spannend. Er macht das schon länger, ist damit sehr vertraut und beherrscht Seilführung, sowohl technisch als auch emotional.

Auch Schatzi fesselt seit einem guten Jahr und am Anfang war ich sehr skeptisch, ob ich einem Anfänger als Bunny und Übungsobjekt zur Verfügung stehe. Er hat mich immer wieder positiv überrascht, für die kurze Zeit, die er das macht, fesselt er sehr gut, beherrscht die Technik und – ganz wichtig – hat ein Gefühl für das Seil und für mich. Ich bin immer wieder berührt davon, wie wir fesseln, wie innig auch das ist. Momentan fesselt er mehr mit seiner Partnerin und Sub (aber ich hoffe, dass wir auch bald wieder dazu kommen…..).

Seit die Beziehung mit dem Rigger zu Ende ist, bin ich Bondage-technisch also eher auf dem Trockenen. Am Anfang konnte und wollte ich es nicht, da war fesseln mit Schatzi eine wunderbare Idee: Er wusste, was emotional passieren konnte und auch öfter passiert ist. Einen anderen Rigger suchen wollte ich nicht so recht, ich hatte und habe eine gewisse Scheu, wieder „auf dem Markt“ zu sein. Um alleine zu Fesseltreffs zu gehen, bin ich leider nicht mutig genug und meine Suchen bei diversen Plattformen gestalten sich eher als schwierig (durchaus auch von meiner Seite).

Der Russe war vom Fesseln durchaus angetan, aber eher als Fixierung. Wir waren zusammen auf der BoundCon und sahen dort Matthias Grimme mit seiner Partnerin Ropecat auf der Show und waren beide hin und weg (https://buddyw74.wordpress.com/2019/06/15/die-boundcon-ein-fast-ganz-wahrer-bericht/). Der Russe wollte gerne sehen, wie ich gefesselt wurde, aber wir waren uns sehr einig, dass er mich und den Rigger nicht zusammen sehen sollte. Bei einem Fesselabend mit Schatzi war er dabei und es sind wunderbare Fotos dabei entstanden, für mich war das etwas ganz Besonderes.

Also: Er wollte fesseln, spätestens nach der BoundCon auch als Bondage… aber ich mochte nicht mehr, nicht nochmal mit einem Anfänger… Also plante er, sich selber etwas beizubringen oder auf Seminare zu gehen. Er übte immer mal wieder und schickte mir die Fotos, das sah vielversprechend aus. An einem kalten Wintermorgen war es dann doch mal soweit: Er wollte mir etwas zeigen und fing an, meine Handgelenke zu fesseln. Es war das erste Mal für ihn, dass er das nicht an sich, sondern an jemand anders übte und natürlich war es nicht perfekt. Aber es war gut. Wir fachsimpelten, tauschten aus, gaben Ratschläge…. und irgendwann hatte ich das Seil in der Hand, weil ich ihm etwas zeigen wollte. Ich fing langsam an, setzte mich nahe an ihn, liess ihn meinen Körper, meine Nacktheit, meine Wärme spüren, strich mit dem Seil über seine Arme, seinen Rücken. Ich fesselte seine Handgelenke aneinander, ging mit dem Seil zwischen seinen Fingern hindurch, lies ihn das Seil und mich spüren. Und er? Am Anfang sah er neugierig zu, irgendwann schloss er die Augen und ließ sich fallen und von mir auffangen und tragen. Ich experimentierte ein wenig herum, machte eine kleine Oberkörperfesselung und fesselte ihn schließlich wieder ab – so wie ich es gesehen hatte und es selber auch genieße: Mit Seilspannung, mit viel Emotionen und Berührungen. Es dauerte nicht lange, aber es hat uns beide sehr überrascht und gekickt. Ich bemerkte sehr erstaunt, wie viel Spaß und Freude mir das machte, wie sehr ich nur in dieser kurzen Sequenz aufgegangen war, wie sehr in meinem Magen kribbelte. Der Russe beschrieb es mit „Du hattest dieses Glitzern in Deinen Augen…. Du hast Feuer gefangen, oder?“. Ja, das hatte ich. Etwas, von dem ich nie gedacht habe, dass es mir Spaß macht, tut es auf einmal. Ich freue mich auch auf diese Reise und bin sehr gespannt.

Aber erst einmal kam Weihnachten und ich präsentierte dem Russen sein Geschenk: Eine Bondage-Session bei einer wunderbaren Frau und Ringerin. Ich war bei ihr schon einmal zu einer Massage, damals ein Geschenk eines Liebhabers. Ich war von ihr damals völlig hingerissen, eine so liebevolle und gebende Seele, mitfühlend, herzlich, humorvoll, emphatisch, intelligent, zärtlich. Und ziemlich gaga, auf eine wunderbare Art und Weise. Der Russe wollte schon immer von einer Frau gefesselt werden, sein Wunsch war, dass ich dabei bin. Ich habe ein paar in der Szene beobachtet, konnte es mir aber mit keiner dieser Riggerinnen vorstellen, aus ganz verschiedenen Gründen. Ein paar waren schlicht noch Anfänger und man merkte ihnen die Unsicherheit einfach auch an. Was nicht schlimm ist, bitte nicht falsch verstehen – aber wenn ich meinem Sub so eine Erfahrung schenke, dann möchte ich das mit einer Frau, bei der ich mir sicher bin, dass es auch für ihn eine tolle Erfahrung wird. Bei manchen funkte es einfach nicht, ein paar waren zeitlich schwierig zu fassen… das ganze normale Leben eben. Bei der Riggerin fanden wir schnell einen Termin, sie fragte vorher genau nach seinen und unseren Vorstellungen und meinte, dass wir das so hinbekommen, das sollte ich mir keine Sorge machen. Machte ich mir nicht mehr, ich freute mich unwahrscheinlich darauf und darüber. Der Russe war völlig begeistert, surfte auf ihrer Webseite, bewunderte die Fotos und meinte dann, dass er sich sicher ist, dass es wunderbar wird – weil ich sie ausgesucht habe. Wir diskutierten ein wenig darüber, was er sich so vorstellt, welche Fotos er gerne möchte, was ich machen kann dabei, was er anziehen sollte. Und dann war der Tag auch schon da und er sehr aufgeregt und voller Vorfreude. Ich musste bei der Hinfahrt fahren, er war zu nervös…

Wir kamen dort an, sie begrüßte mich mit einer langen Umarmung und wir gingen in ihr Zimmer. Sehr gemütlich eingerichtet mit einer großen Liegefläche, abgedunkelt, viele Kissen, Decken, Felle, Pflanzen… aber ohne überladen oder vollgestopft zu wirken. Die beiden hatten ein kurzes Vorgespräch, es ging nochmals darum, was er sich so vorstellen kann, was er nicht möchte, welche Einschränkungen es gibt, wie wir mich einbeziehen können. Und dann ging es los. Zuerst wurde die Kleiderfrage geklärt, was dazu führte, dass wir zu dritt nur mit Slip bekleidet in dem Raum saßen. Sie kniete sich vor ihn und streichelte ganz sanft seine Schultern und Arme, ich saß am Rand der Liegefläche auf einem bequemen Stuhl und konnte die beiden direkt und auch über einen großen Spiegel beobachten. Sie berührte ihn immer wieder zärtlich, liebevoll, konzentrierte sich voll und ganz auf ihn. Er schloss die Augen, genoss alles und hatte ein leichtes Lächeln auf den Lippen. Ich saß völlig fasziniert am Rand, machte ganz diskret ein paar Fotos und war …. erstaunt. Erstaunt darüber, wie schnell sie auch ihn in ihren Bann zog (das war bei mir damals auch so), wie liebevoll sie sich begegneten, wie achtsam sie ist mit uns beiden, wie schnell er abtauchte und wie sehr ich es genoss, das zu beobachten. Manchmal öffnete er die Augen, sah mich dort sitzen, ihm gegenüber, lächelte und schloss die Augen wieder. Sie ging langsam um ihn herum, setzte sich hinter ihn, streichelte seinen Rücken, seine Brustwarzen, fasste ihm ganz sachte an den Schwanz. Er hatte einen Ständer, gab leise Laute des Behagens und der Lust von sich und gab sich hin. Einfach so, voll und ganz, mit dem Wissen, dass sie da war und ich auch. Sie fing an, ihn zu fesseln, ganz sachte die Handgelenke aneinander, eine Oberkörperfesselung, die Beine ein wenig. Sie drehte ihn seitlich, fesselte sein Gesicht fast vollständig ein. Und dabei verlor sie nie den Kontakt zu ihm, zu seinem Körper, seinen Bedürfnissen, seiner Lust und seinem Behagen. Nein, sie fasste ihm nicht mehr an den Schwanz, sie gab ihm aber das Gefühl, dass alles, was er fühlt und an Geräuschen von sich gibt, schön und gewollt ist, dass alles gut ist, so wie es ist, dass er gut ist, so wie er ist. Dass er sich bei ihr fallen lassen kann, dass ich auch noch da bin. Am Anfang sah er öfter zu mir, mit der Zeit wurde das auch weniger, er ging mehr und mehr in ihren Bemühungen, in dem Seil und dieser unglaublichen Hingabe auf. Ich beobachtete die beiden, war fasziniert, beeindruckt, inspiriert und erregt. Der Anblick von ihm mit ihr erregte mich, die Art und Weise, wie er reagierte, wie sie mit ihm spielte und selber dabei sanft schnurrte und stöhnte. Sie zog ihn in eine Suspension, nur wenig über dem Boden, gerade so, dass er das Gefühl dabei genießen konnte und sich trotzdem sicher fühlte. Und dann winkte sie mich dazu. Er flog in der Mitte zwischen uns, sie lag hinter ihm, kuschelte sich an seinen Rücken, berührte ihn mit ihrem ganzen Körper. Ich lag vor ihm, gab ihm die selbe Sicherheit von vorne, wir alle drei berührten uns, fassten uns an, streichelten, gaben Halt, Wärme, Geborgenheit und Lust. Ich weiß bis heute nicht, wie lange es dauerte. Irgendwann nahm ich eine Bewegung wahr und sah nach oben. Über der Liegefläche hing ein großer Spiegel, über der ganzen Fläche. Ich sah uns drei: Er in der Mitte, verschnürt, schwebend. Sie hinter ihm, an ihn geschmiegt, fürsorglich, unglaublich sinnig und sexy. Und dann sah ich die Frau vor ihm: Mit dicken Haaren, Locken, Tattoos, einem muskulösen Körper… und erkannte mich erst auf den zweiten Blick. Das war ich. DAS war ich? Das war ICH. Mir traten Tränen in die Augen, Tränen der Heilung, der Akzeptanz, der Befreiung. Ganz kurz nur öffnete sich dieses Fenster für mich und dafür war ich unendlich dankbar. Hier und heute ging es um ihn, nicht um mich…

Nach einer gefühlten Ewigkeit und doch viel zu kurz fing sie wieder an, ihn abzufesseln. Sie entfernte zuerst die Hängeseile und gab mir dann zu verstehen, dass ich seinen Kopf auffangen, stützen und anfesseln konnte. Ich liess mir Zeit damit, streichelte ihn viel, küsste ihn, bewunderte seine rope Marks. Wir kuschelten ihn beide wieder zurück ins Hier und Jetzt, setzten ihn auf. Sie entfernte die letzte Umschlingung, nahm uns beide nochmal fest in die Arme und ließ uns Zeit, anzukommen. Sein erster Satz „Oh Gott, war das schön, warum hörst Du denn auf?“ Seine Augen, sein Blick dabei…. Er war noch nicht ganz wieder hier, schwebte noch im Himmel der Glückseligkeit und Sinnlichkeit und hatte diesen verletzlichen und lustvollen Blick in den Augen, den ich so liebte.

Zum Abschied bekamen wir von ihr das wunderbare Geschenk, dass sie sich sehr freuen würde, wenn wir nochmal wieder kommen, dass diese Stunde für sie ein Fest war und sie uns als Paar einfach nur toll findet. Hach…

Wir sprachen viel darüber danach und es dauerte eine ganze Zeit, bis wir wieder landeten. Auf dem Heimweg schwiegen wir noch viel, sahen uns hin und wieder an, hielten viel Körperkontakt und genossen es, das so ausklingen zu lassen. Daheim angekommen schafften wir es gerade noch, die Schuhe und Jacken auszuziehen, bis wir uns leidenschaftlich küssten. Er riss mir die Kleidung vom Leib und meinte diabolisch grinsend „Wie viele Orgasmen wolltest Du haben, bevor ich Dich vögeln darf? Zwei?“ Als ich den Glanz in seinem Augen sah, reduzierte ich auf einen – ich hoffte und ahnte, was kommen würde… Wir wischten mit einer Handbewegung alles vom Bett und er legte sich auf mich, ließ mich seinen steifen Schwanz spüren, küsste mich und fasste mir zwischen die Beine. Ich war nass, immer noch erregt von dem Nachmittag und allem, was dabei so mit- und nachklang. Er fing an, mich zu fingern, mal hart, mal zart und amüsierte sich sichtlich über mein Stöhnen und Betteln, über mein Winden und den Versuch, seine Finger tiefer in mich zu bringen. Dieser Glanz in seinen Augen dabei….. er machte mich jetzt schon wahnsinnig. Er zog die Finger aus mir heraus, leckte sie ab …. und rutschte endlich tiefer, zwischen meine gespreizten Schenkel. Er fing an mich zu lecken, zuerst ganz sanft, dann härter, machte weiter, hörte immer genau dann auf, wenn ich kurz vor einem Orgasmus stand…. ich wand mich, bettelte, stöhnte, bäumte mich auf, biss sogar in das Kissen …. und dieser Scheißkerl liess mich nicht kommen. Zwischendurch küsste er mich immer wieder, hielt mir Mund und Nase so zu, dass ich nicht mehr atmen konnte, lächelte diabolisch und hatte sichtlich Spass dabei. Als er mich so weit hatte, dass ich schon fast wütend war…. da nahm er endlich (endlich!) eine Hand von meinen Hüften und stieß mit seinen Fingern in mich, hart und tief. Ich stöhnte auf, ich liebe dieses Gefühl, egal ob vaginal oder anal. Ich liebe es, wenn er mich so leckt und dabei fingert, mich dabei so fickt, dass mir alles egal ist, dass nur noch das zählt, nur noch seine Berührungen und dieser heftige Orgasmus, der sich bald ankündigt, der in Wellen kommt und mich irgendwann mitreisst. So heftig mitreisst, dass ich gefühlt nicht „nur“ einmal komme, dass ich danach schweißnass und keuchend da liege, weine und lache gleichzeitig, dass er mich umarmt und genau dann, wenn ich wieder nach Luft schnappen kann… genau dann dringt er endlich mit seinem Schwanz in mich ein, murmelt mir ins Ohr, wie sehr ihn das anmacht, mich so zu sehen, wie sehr er sich wünscht, das mal zu beobachten, wenn andere das mit mir machen…. und wir heizen uns gegenseitig nochmal so ein, dass er kommt. Heftig und laut.

Bondage. Ich muss das lernen….

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