Fragen von euch

Ich möchte mehr schreiben, mir fehlt aber der Antrieb dazu. Habt ihr Lust auf ein Q&A? Gerne auch die Fragen per DM. (Und: „Willste ficken?“ Ist KEINE Frage!)

Diesen Tweet habe ich vor ein paar Tagen losgeschickt und es kamen ein wunderbare Fragen. Danke dafür! Wenn ihr noch mehr Fragen habt, dann bitte immer her damit, ich freue mich darüber.

Frage: Wie und wann bist du auf Yoga gekommen?

Das erste Mal 2010, als ich eine gesundheitliche Krise hatte (Chronisches Erschöpfungssyndrom, wahrscheinlich ausgelöst durch wiederholte Re-Infektionen mit EBV). Ich konnte mein normales Sportprogramm nicht mehr machen, ich war schon von kleinen Spaziergängen erschöpft. Es wurde besser, aber ganz langsam – und ich musste für mich einen sanften Ausgleich finden. Ich probierte mehrere Studios durch, blieb eine Zeitlang bei einem und fand das ganz okay dort. Yoga war ein Sport da, die Stunden waren schön und dort habe ich zum ersten Mal auch Air-Yoga ausprobiert. Ich testete einige Studios durch (Hatha Yoga, Yin Yoga, Hot Yoga… ) und bin durch puren Zufall und Glück 2017 in einem kleinen Kaff in einem Studio gelandet. Dort unterrichtete eine wundervolle Lehrerin, in deren Stil ich mich sofort verliebte. Es war alles dabei, Meditation, Atmen, Tönen, Yoga, Lachen, alles nicht so ernst nehmen, loslassen können. Mir ging es beschissen damals und ich machte viel Yoga. Irgendwann meinte sie, dass ich doch die Ausbildung machen soll und empfahl mir gleich die Schule, in der sie war. Ich nahm Kontakt auf, war einen Vormittag lang dabei – und war hin und weg. Das wollte ich machen, eigentlich „nur“ für mich… Und so bin ich seit Mai 2018 in dieser wunderbaren Schule, die mich so fordert und fördert.

Frage: Wie geht’s Dir als Muslima hier auf twitter?

Die Frage lässt mich ein bisschen ratlos zurück. Ich bin so viele Facetten, ich habe so viele verschiedene Seiten. In erster Linie Mensch und Frau, Muslima, Sufi, Yogini, Suchende, Geliebt werdende von IHM… und so viel mehr, was mein Dasein ausmacht.

Aber um es dann doch ganz einfach zu beantworten: Gut. Ich bin noch nie negativ angesprochen worden deshalb. Als sexpositive Frau bin ich viel mehr Belästigungen ausgesetzt.

Frage: Für was brennst Du? Damit meine ich etwas, das tief aus Deinem Innersten kommt und das Deine Kraftquelle ist. Etwas, worüber Du gerne anderen Menschen erzählst und Deine Erfahrung teilen möchtest

Da gibt es verschiedene Quellen und Fundamente, die nicht mehr oder weniger wichtig sind, sondern einfach mehr oder weniger präsent. Das eine ist mein Glaube, das Sufitum, die Musik und die Lieder. Das ist etwas wunderschönes, was ich – ganz abgesehen von einem starren Glauben – anderen nahebringen möchte. Nicht durch missionieren, sondern durch vorleben.

Yoga, natürlich.

Leben, Selbstliebe.

Frage: Was sind Deine drei wichtigsten Glaubensätze gerade?

Schwierige Frage, sehr schwierige Frage. Vielleicht nicht unbedingt Glaubenssätze, aber wichtige Sätze:

-Wenn es mir nicht gut geht, kann ich anderen nicht helfen.

-Wir – als Gesellschaft und als Einzelperson – haben die ethische Verpflichtung, zu helfen.

-Ich kann, soll, darf und muss meine Grenzen, meine Belastbarkeit und meine Empfindsamkeit schützen.

Frage: Was würdest Du der kleinen Dilara gerne auf dem Weg mitgeben? Bzw. wenn Du jungen Menschen begegnet, was möchtest Du Ihnen von Deiner Erfahrung schenken?

Viele Dinge sollte man nichts so ernst nehmen, es gibt wichtigeres und in ein paar Jahren ist das völlig egal. Aber wenn Dich etwas beschäftigt – egal, ob positiv oder negativ – dann kümmere Dich darum. Sich helfen zu lassen ist keine Schande, etwas nicht zu können ist keine Schande, emotional zu sein ist keine Schande, DU zu sein ist keine Schande. Du bist intelligent, nicht zu viel, nicht zu wenig, Du erreichst viele Ziele, Du bist schön. Kümmere Dich um DICH, andere kommen und gehen. Und höre auf Deine Intuition, trainiere Dein Bauchgefühl, Deine Instinkte. Sie sind das beste und stärkste, was Du besitzt.

Und das allerwichtigste: DU BIST GUT SO, WIE DU BIST. Wenn Dich jemand nicht mag, dann ist das eben so. Aber kein Mensch hat das Recht, Dich fertig zu machen (Du übrigens auch nicht.).

Frage: Was war Deine größter Erfolg bisher und was Deine schwerste Niederlage?

Und was hast Du damit gemacht, dass Du heute so stehen kannst, wie Du stehst?

Mein größter Erfolg ist, dass ich mich selber lieben kann, dass ich im Leben stehe, lieben kann, geliebt werde, mich meines Lebens freuen kann. Dass ich erkannt habe, dass ich Hilfe brauche, eine Therapie mache. Dass ich meiner Intuition gefolgt bin.

Meine größte Niederlage…. da gibt es einige Dinge. Meine junge Erwachsenen-Zeit, die geprägt war von Selbsthass und Selbstverleugnung. Meine ungewollte Kinderlosigkeit. Mein nicht sehr guter Umgang mit meinen Finanzen.

Ich habe mich geändert, ich habe erkannt, dass es diese Zeit gebraucht hat, damit ich so werde, wie ich heute bin. Ich habe eine Menge Fehler und Macken, ich bin kein einfacher Mensch, keine einfache Freundin und keine einfache Frau. Aber ich weiß auch, dass ich ein Geschenk bin. Wie wir alle.

Frage: Was magst Du an Dir? Körper, Verhalten, Wertesystem…

Körper: Fast alles, zum Glück. Besonders meine Haare, mein Gesicht, meine Beine und vor allem meine Fitness, meine Liebe zur Bewegung und zum Sport.

Verhalten: Ich bin authentisch und hinterfrage vieles (manchmal vielleicht zu viel), ich bin gutgläubig, humorvoll, habe eine gemeinen Humor und liebe Tiere. Meine Begeisterungsfähigkeit und Impulsivität bringt mich zwar manchmal auch in Schwierigkeiten… aber ganz oft mag ich mich dafür.

Wertesystem: Ich verkaufe meine ethischen Grundsätze nicht, ich muss von den, was ich tue, überzeugt sein. Sonst kann ich es nicht tun. Und: Ich bin ein linksversiffter Gutmensch, werde ich auch immer sein.

Frage: Was magst Du an anderen Menschen?

Nicht nach Prioritäten geordnet: Ich mag bunte Menschen, deren Lebenslauf nicht ganz gerade war und ist. Die lachen und albern sein können. Menschen, die spontan sind, abends mit am Lagerfeuer sitzen, mit denen man tiefe Gespräche führen, aber auch mal schweigen kann. Menschen, die andere Menschen und auch Tiere mit Respekt, Toleranz und Liebe behandeln, gerade wenn sie nichts von ihnen wollen. Ehrlichkeit. Großzügigkeit (nein, nicht finanziell). Schöne Hände und Unterarme, schöne Stimmen. Rigger. Spinner. Loyalität und dass man auch das Maul aufmacht, wenn es schwierig ist.

Frage: Wo bereichern Dich andere Menschen?

Überall. Ich kann doch nichts tun, ohne andere Menschen zu treffen. Wenn ich ein Buch lese, hat das ein anderer Mensch geschrieben, ein Lied wird von einem anderen Menschen gesungen und gespielt, ein Gespräch geht nur mit einem Gegenüber.

Frage: Was möchtest Du gerne irgendwann von Dir in der Welt hinterlassen?

Dass die Menschen, mit denen ich Kontakt hatte, mit einem Lächeln an mich denken.

 

Wenn ihr noch mehr Fragen habt, dann schreibt mir bitte. Hier als Kommentar, drüber bei Twitter oder auch als DM. Danke!

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